Die Rente ist nicht sicher Der Kollaps des deutschen Rentensystems

11. November 2015 // Zero

„Die Rente ist sicher!“ Kein Satz hat die deutsche Rentenpolitik so geprägt wie dieser. Er stammte von Dr. Norbert Blüm (CDU) aus dem Wahlkampf im Jahr 1986. Das staatliche Rentensystem ist ein politischer Dauerbrenner. Es gibt hier immer etwas zu kritisieren und zu verbessern. Dagegen wäre ja nichts auszusetzen, wenn es nicht um da Leben von Millionen von Menschen ginge.

Bismarcks Sozialgesetze

Um zu verstehen, warum ein staatliches Rentensystem nie funktionieren kann und immer kollabieren muss, betrachten wir uns mal aus welcher Ecke die hiesige planwirtschaftliche Altersvorsorge überhaupt stammt. Die Alterssicherung wurde im Rahmen der Sozialgesetze von Bismarck am 22. Juli 1889 ins Leben gerufen. In den Genuss der Altersversicherung kam aber nicht jeder Arbeiter. Wobei der „Genuss“ mit Vorsicht zu genießen war, denn das Rentenalter lag bei 70 Jahren. Die durchschnittliche Lebenserwartung um 1890 für Frauen lag bei knapp unter 50 Jahren, bei Männern etwas über 40 Jahren. Die bismarcksche Alterssicherung hatte also nie den Sinn gehabt, den Menschen eine ordentliche Rente zu garantieren. Viel mehr sollen Abhängigkeiten geschaffen werden, die der Staat dazu nutzt, um das mehr an Steuereintreibung rechtfertigen zu können. Und so kam es wie es kommen musste: Das bismarksche Rentensystem wurde im späteren Verlauf durch Steuern querfinanziert. An der Funktionsweise dieses Systems hat sich bis heute nicht viel geändert.

Das heutige staatliche Rentensystem

Die bundesrepublikanische planwirtschaftliche Altersvorsorge basiert auf dem sogenannten Drei-Säulen-Modell. Dieses wird gestützt durch den Staat, also den Bürger und der privaten Altersvorsorge der Bürger. Es wird hier also eine Trennung vorgenommen, die es eigentlich gar nicht gibt. Der Bürger zahlt nämlich so oder so.

Deutsche Rentenversicherung

Der sozialversichtungspflichtige Arbeiter muss in die Kasse der Deutschen Rentenversicherung einzahlen. Die Einnahmen werden schließlich im selben Monat an die Rentner ausgezahlt. Zu den Rentnern gehören aber nicht nur die, die ihr ganzes Leben lang in die Kasse eingezahlt haben, sondern auch jene, die nie eingezahlt haben, also auch Minijobber und Schwarzarbeiter. Die Grundsicherung wird unabhängig vom eingezahlten Betrag garantiert. So ein System, dass grundlegende ökonomische Grundsätze aushebelt, kann nicht funktionieren. Deshalb subventioniert der Staat dieses System mit jährlich mehr als 65 Milliarden Euro. Das macht zwar keinen ökonomischen dafür aber einen etatistischen Sinn. Der Staat kann seine Steuern fröhlich weiter erhöhen, wovon wieder neue Verwaltungsstellen geschaffen werden, die wiederum immer mehr Geld kosten, womit in einer nicht enden wollenden Spirale nach unten Steuern immer wieder erhöht werden müssen.

Diesem Zwangssystem entkommen Sie nur, wenn Sie selbständig sind. Jedoch fand der Staat für einen Teil dieser Berufsgruppe Mittel und Wege sie einzufangen. Er fasste zunächst eine willkürliche Gruppe von Unternehmern unter dem Begriff der „Freien Berufe“ zusammen. Dazu gehören unter anderem „Ärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater bzw. Steuerbevollmäch- tigte, Tierärzte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer, Zahnärzte sowie selbstständige Ingenieure und Psychotherapeuten“. Diese Lobby konnte glücklicherweise mit der „Arbeitsgemeinschaft Berufsständischer Versorgungseinrichtungen“ ein gehobenes Rentensystem mit der Bundesrepublik aushandeln. Das ist natürlich besser als ein Rentenghetto, welches da „Deutsche Rentenversicherung“ heißt. Aber wenn dem Arzt oder dem Wirtschaftsprüfer dieses Rentensystem nicht passt, entkommt er diesem nach wie vor nicht. Die Zwangsbeiträge muss man auch hier wohl oder übel abdrücken.

Private Altersvorsorge

Wem die staatliche Altersvorsorge nicht passt, der kann einfach auf die privaten Anbieter setzen. Leider ist das auch hier nicht so einfach, denn der Staat bestimmt, was wie gefördert wird. Riester-Renten werden zum Beispiel gerne gefördert, obwohl sich ein Mehrwert für den Kunden überhaupt nicht erschließt und mit einer hohen Intransparenz, hohen Unflexibilität und hohen Gebühren einhergeht. Zudem macht sie bei Kleinsparern, die nicht mal an die Grundsicherung herankommen, keinen Sinn. Bei Ihnen wird die Riester-Rente später von der Grundsicherung abgezogen. Die private Altersvorsorge hat nur einen Zweck: Sie soll das löchrige und vollkommen unrentable staatliche Rentensystem querfinanzieren / subventionieren.



Summa summarum kann ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit garantieren, dass dieses Rentensystem gegen die Wand fahren wird. Entweder der Staat kann die Beiträge irgendwann nicht mehr auszahlen oder die ausgezahlten Renten werden inflationsbedingt nichts mehr wert sein.


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