Akif Pirinçci: Deutsche ins KZ! PEGIDA-Chef Lutz Bachmann bricht die Rede ab

20. Oktober 2015 // Zero

Ausgelutscht und abgesägt wurde Pirinçci binnen weniger Stunden nach seiner PEGIDA-Rede. Lutz Bachmann distanzierte sich von Pirinçci und bezeichnete seinen Auftritt als „gravierenden Fehler“. Mehrere gleichgesinnte „Freunde“ zeigten sich bestürzt über die Rede, darunter unter anderem auch Udo Ulfkotte. Medial wurde Pirinçci ausgeschlachtet. Die Verlage Diana, Goldmann und Heyne haben die „bereits vor Jahren veröffentlichten, ausschließlich belletristischen Bücher von Akif Pirinçci umgehend gesperrt und nicht mehr angeboten“. Selbst sein Webmaster hat seine Dienste öffentlich wirksam niedergelegt. Zu Hunderten kündigten Menschen Pirinçci die Facebook-Freundschaft. Und was war der Grund für all diese Reaktionen? Ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat.

Polarisierend, polemisierend und pauschalisierend

Wer Pirinçci kennt, weiß, dass es bei ihm nicht gerade zimperlich zugeht. Seine verbalen Angriffe lassen teilweise das Blut in den Adern gefrieren. Er attackiert seine politischen Gegner heftig und stellt sie dabei nicht selten bloß. Pirinçci polarisiert, polemisiert und ja er pauschalisiert. Seine Rede bei PEGIDA war deshalb auch nicht grundsätzlich anders. Sie war vielleicht etwas zu lang und vielleicht für die PEGIDA-Bewegung, die das Bürgertum ansprechen soll, unpassend gewesen. Aber einen anderen Pirinçci habe ich nicht gesehen. Die Passage, für die er medial ausgeschlachtet wurde, verlief im Übrigen so:

„Wie verwandt der Geist heutiger Politiker einerlei welcher Partei mit dem der Nationalsozialisten ist, sieht man daran, dass sie immer mehr die Maske fallen lassen und zunehmend als Gauleiter gegen das eigene Volk agieren.
Am 14.10.2015 findet in der nordhessischen Gemeinde Lohfelden, ca. 16.000 Einwohner, ein Informationsabend bezüglich der aktuell erfolgenden Belegung von vorerst 400 Invasoren statt, an dem auch der Regierungspräsident der Stadt Kassel, Dr. Walter Lübcke (CDU) teilnimmt. Als ein Zwischenrufer seinen Unmut über die Errichtung des Erstaufnahmelagers mit den Worten „Aber das wollen wir nicht!“ bekundet, antwortet ihm Lübcke cool: „Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen.“ Mit Werten ist gemeint, dass jeder Dahergelaufene, der seinen Fuß illegal auf deutschen Boden setzt, das Recht bezwingen darf, sich bis zu seinem Lebensende und das seines Clans, von den scheiß Kartoffeln auf Luxusniveau verköstigen zu lassen. Es ist ausgeschlossen, dass der Mann diesen Satz bei der Unmutsäußerung eines so genannten Schutzbedürftigen über seine missliche Lage von sich gegeben hätte. Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann, wenn er gefälligst nicht pariert. Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.“

Oberbürgermeister Lübcke

Pirinçci sprach in diesem Teil seiner Rede folgendes Ereignis an:



Um das klarzustellen, was so viele nicht verstanden haben: Er hat mitnichten dazu aufgerufen, die Deutschen ins KZ zu verfrachten. Es handelte sich bei seinen Aussagen um eine Retourkutsche Richtung CDU-Politiker Lübcke und Politiker gleichen Kalibers, denen die Meinung des Volkes vollkommen egal ist, weil sie in nazihafter Manier Befehle einfach ausführen, die von oben vorgegeben werden und dabei das eigene Volk vergessen. Diesem sogar anraten, das Land zu verlassen, wenn es ihm hier nicht gefällt. Das Ganze ist an Verrücktheit nicht mehr zu überbieten. Eigentlich. Pirinçci hat überboten: Warum auswandern? KZ ginge doch auch, „leider“ seien diese momentan aber außer Betrieb. Makaber? Definitiv. Überspitzt? Mit Sicherheit. Überraschend war der Satz aber überhaupt gar nicht. Man ist es von Pirinçci mittlerweile gewöhnt. Es handelt sich hier aber nicht um dunkelsten Humor, wie andere wiederum interpretierten. Es ist bittere Realität, dass Politiker mittlerweile derart faschistische Töne anschlagen. Sie verbieten und diffamieren unliebsame Meinungen. Sie hetzen gegen weite Teile der Bevölkerung. Sie machen was sie wollen. Egal ob Euro-Krise, Vorratsdatenspeicherung, NSA-Skandal, TTIP oder Einwanderungsansturm, entschieden wird immer über die Köpfe der Bürger hinweg und notfalls auch gegen sie. GENAU DAS war die eigentliche Kritik gewesen, über die nun jeder Realitätsverweigerer gerne hinwegsieht.

Der Mainstream und die Alternativen


Die Mainstreammedien haben das Spektakel selbstverständlich für ihre Zwecke ausgenutzt, um ihn und sämtliche ihm nahe stehenden Systemkritiker ein für alle Mal in eine braune Ecke zu rücken. Pirinçcis missgünstigen „Freunde“ haben diese Gelegenheit ebenfalls ausgenutzt, um sich in der Stunde der Gunst von dem skandalträchtigen und bisher nützlich erwiesenen Autoren trennen zu können. Sie wollten sich eventuell anbiedern, zeigen, dass sie sich eloquenter ausdrücken können, dass sie anders sind. Die Meinung teile man ja, könnte das Mantra heißen, die Ausdrucksweise jedoch nicht. Selbst in den eigenen Reihen sitzt die politische Korrektheit sehr tief. Diese totalitäre Einstellung hat mit dem freiheitlichen Geist des Abendlandes nichts gemein.

Freedom of speech works both ways


Folgende Worte wären im Land der Dichter und Denker nicht notwendig, im Land der Reaktionäre sind sie es schon: Akif Pirinçci ist ein Provokateur. Pirinçci ist jedoch kein politischer Stratege, kein Publikumsmagnet und auch kein hitleresker Demagoge. Er ist schlicht und ergreifend Meister der Provokation, mit der er einen unheimlich starken Bund eingegangen zu sein scheint. Pirinçci hat sich vielleicht (!) gesetzeswidrig verhalten, rechtswidrig war seine Rede mit Sicherheit nicht. Er reizte, wie immer, die gesellschaftlich auferlegten Schranken der Meinungsfreiheit, die es in einer freien Gesellschaft nicht geben darf, aus. Nun hat sich die Mainstream-Pressemeute genau darüber aufgeregt und damit das eigene verblödete Verhältnis zur Pressefreiheit offenbart. Viele der angeblich alternativen Medien sind bei dem ganzen Tumult sicherheitshalber gleich hinterher marschiert und sind ihr dabei unwissentlich auf den Leim gegangen. Sie haben noch nicht verstanden, dass der Mainstream Systemkritiker nicht akzeptiert. Sehr wohl werden aber Systemkritiker willkommen geheißen, die zu Kritikern innerhalb des Systems transformieren. Was dabei auf der Strecke bleibt, wollen Sie wissen? Na der Fortschritt.


Shares