Alibaba ist kein langfristiges Investment Undurchsichtige Unternehmensstruktur

29. September 2014 // Zero



Ein ehemaliger Lehrer erfüllt sich einen Traum. Er schafft einen Megakonzern, welcher 2014, im Jahr seines Börsengangs, einen fulminanten Auftritt hinlegt. Die gehandelten Baba Aktien waren zum Startzeitpunkt der Emission 25 Milliarden US-Dollar wert. So sieht es also aus, wenn der chinesische Gründer von Alibaba, Jack Ma, seinen amerikanischen Traum erfüllt. Jack Mas größtes Vorbild: Forrest Gump. Sollten hier die Alarmglocken der Anleger läuten?

Auf keinen Fall! Das Bubba Gump Shrimps Imperium und die Investition in Apple hat Forrest Gump zum Millionär gemacht. Danach zufolge ist das Geld in Jack Ma, dem reichsten Mann Chinas, gut angelegt. Allerdings sollten derartige Betrachtungen in der realen Welt durch eine nüchterne Analyse ersetzt werden. Diese lassen ein langfristiges Investment nicht zu.

Undurchsichtige Unternehmensstruktur

Die PR-Strategen der Alibaba Group Holding Ltd. haben ganze Arbeit geleistet, den Konzern ins richtige Licht zu rücken. Alibaba bleibt jedoch trotz der so transparent aussehenden Informationen über die Firmenstruktur nach wie vor undurchsichtig. Der Konzern operiert, nicht zuletzt aus Gründen großer bürokratischer Hürden für ausländische Investoren, aus den Cayman Islands heraus. Mit einer Aktie erwerben Anleger also nicht direkt die Anteile des chinesischen Konzerns, sondern dem caymanischen Ableger. Stimmrechte entfallen so vollends. Es bleibt darüber hinaus die politische Unsicherheit der chinesischen Regierung. Diese kann die Unternehmungen an der Börse jederzeit beenden. Wer hier auf Jack Ma setzt, sollte ebenfalls wissen, dass diesem nicht einmal mehr 10% des Konzerns gehören. Außerdem bleibt die Frage, wie sehr sich das Politbüro sonst noch in die Geschäftsaktivitäten des Konzerns einmischt. In der Regel bedeutet das nämlich Korruption und Innovationsbremse.

Wachstumsmöglichkeiten

Dem E-Commerce Konzern unterstehen mehr als 270 Tochtergesellschaften. Das macht ihn zwar noch undurchsichtiger, lässt aber Riesen wie Amazon, eBay und Co. wie ein laues Lüftchen erscheinen. So verschafft Alibaba.com als B-2-B Plattform Unternehmen vor allem den Zugang zum chinesischen Markt. Allerdings stellt sich hier berechtigterweise die Frage, wie der Marktführer noch weiter wachsen kann. Das bisherige Modell erinnert eher an eine Copy & Paste Geschäftsmodell. Aliexpress ist ein Amazon-Klon, Taobao ein eBay-Klon, der Bezahlservice Alipay ein PayPal-Klon. Und was Alibabas Smartphone YunOs so viel besser machen kann als die Konkurrenz, steht in den Sternen. Der Konzern ist einfach nur sehr gut darin, fremde Ideen in den chinesischen Markt zu integrieren. Dabei dürfte die protektionistische Politik des Politbüros keine unwesentliche Rolle im Geschäftsmodell Alibabas spielen.

Es bleibt also dabei. Alibaba ist ein Risikoinvestment und sollte so auch behandelt werden. Im Portfolio sollten diese Aktien nur maximal minimal vertreten sein.


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