Bitcoin-Blase Gier, Angst & Unwissenheit

25. Oktober 2017 // Zero

Die Märkte leben seit der Finanzkrise von 2008 im permanenten Angstzustand. Sie glauben nicht mehr an eine politische Lösung des staatlichen Schuldenabbaus und bereiten sich seit jeher auf den nächsten großen Crash vor. Bis dahin stecken einige Investoren ihr Geld in dubiose Finanzprodukte. Eines dieser dubiosen Finanzprodukte stammt aus dem Bereich der Kryptowährung und nennt sich Bitcoin. Bitcoin droht derselbe Absturz, wie jedem anderen Fiatgeld.

Bitcoin, das bessere Fiatgeld

Das interessante an Bitcoin ist, dass es im Vergleich zum Euro oder US-Dollar prinzipiell das bessere Fiatgeld ist. Das Bitcoin-System setzt zwar nicht auf vollständige Anonymität und es fallen bei jeder Überweisung Transaktionsgebühren an, dafür ist die Kryptowährung dezentral, digital und liegt außerhalb des Kontrollbereichs eines Staates. Weltweite Überweisungen sind unkompliziert und relativ günstig. Der Kurs eines Bitcoins steigt stetig an und liegt aktuell bei über 4.700,00€. Was kann hier also schief laufen?

Fiatgeld bleibt Fiatgeld

Fiatgeld bleibt Fiatgeld. Hier liegt das eigentliche Problem von Bitcoin und allen anderen Fiatgeld-Kryptowährungen. Hinter einem Bitcoin stecken nur Bits und Bytes. Elektronische Zahlen, die keinen Wert haben. Es sind allein die Faktoren Glaube und Gier, die den Bitcoin-Preis in die Höhe treiben. Das in der Krise steckende Zentralbankensystem feuert die Spekulation zusätzlich an. Wenn der Bitcoin anfängt das staatliche Geldmonopol ins wanken zu bringen, werden Staaten anfangen Kryptowährungen zu verbieten. Womit Bitcoins dann nur noch maximal als weltweites Transaktionssystem genutzt werden können. Sie würden ihre Geldfunktion faktisch verlieren. Dieses Beispiel verdeutlicht eindrucksvoll, dass Bitcoin-Anhänger vergessen, dass staatliches Fiatgeld nicht nur durch den Glauben, sondern auch durch den staatlichen Nutzungszwang aufrechterhalten wird.
Nehmen wir aber mal zu Gunsten der Bitcoin-Anhänger an, der Staat würde diese Währung nicht verbieten. Selbst in diesem Fall, ist der Bitcoin dem Untergang geweiht. Ein Bitcoin hat KEINEN intrinsischen Wert, wie ihn zum Beispiel Gold oder Silber hat. Gold und Silber können nicht nur als Schmuck dienen, sondern sind auf Grund ihres intrinsischen Werts industriell verarbeitbar. Es besteht also eine tatsächliche Nachfrage für diese Rohstoffe, welche ihren Wert maßgeblich beeinflussen. Aus diesen Gründen wird mit Gold und Silber seit tausenden Jahren gehandelt. Ein Bitcoin hingegen hat keinen intrinsischen Wert. Elektronische Rechenleistung und Energieverbrauch, die für den digitalen Abbau eines Bitcoins notwendig sind, haben auch KEINERLEI Einfluss auf diesen nicht vorhandenen intrinsischen Wert. Hierzu ein kleines geschichtliches Beispiel: Das Muschelgeld ist eine primitive Geldform, welche wohl aus dem 18. Jahrhundert stammt. Auch hier musste Energie aufgewendet, um diese von einem Ort abzutragen. Muscheln haben aber keinen intrinsischen Wert, womit diese Geldform heute auch nichts mehr wert ist. Man hatte in einer bestimmten Zeitperiode lediglich an den Wert geglaubt. Das Muschel-Beispiel ist deshalb so interessant, weil es zugleich auch das nächste Argument der Bitcoin-Anhänger entkräftet: Die Kryptowährung sei auf 21 Millionen Bitcoins begrenzt und deshalb werde diese Währung immer einen Wert haben. Vielleicht wird Bitcoin als erste erfolgreiche Kryptowährung irgendwann mal in der Zukunft einen Sammlerwert haben, sofern es das Bitcoin-Netzwerk noch geben wird. ABER: Jeder kann eine Kryptowährung erstellen! Laut Wikipedia gibt es jetzt schon über 900 Kryptowährungen! Es gibt also nicht nur unendlich viele wertlose Muscheln, sondern auch unendliche viele wertlose Kryptowährungen. Die Begrenzung von 21 Millionen Bitcoins hilft hier herzlich wenig. Wenn jeder Hinz und Kunz digitales Fiatgeld erschaffen kann, ist die Menge des digitalen Fiatgeldes unendlich. Es ist damit noch wertloser als eine Muschel. Bitcoin und andere ähnliche Kryptowährungen stellen die Absurdität des Fiatgeldsystems heraus, erinnern jedoch allesamt an ein Schneeballsystem. Die Zocker, die früh und günstig eingestiegen sind und ihre Bitcoins rechtzeitig abstoßen, werden am Ende von der Gier der Unwissenden profitieren.


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