Die 1.140.000.000.000-Euro-Bazooka der EZB Zentralbanken schaffen die nächste Krise

29. Januar 2015 // Zero



Wenn die Politik für eine Sache bekannt ist, dann dafür, das eigene Versagen nochmals zu übertreffen. Die EZB hat in der letzten Woche beschlossen, den Markt mit 1.140.000.000.000 Euro zu überschwemmen. Bei Wikipedia habe ich erfahren, dass eine Zahl mit so vielen Nullen Billion bedeutet. Wenn wir erfahren wollen, wie dieses Experiment ausgehen wird, müssen wir einfach mal kurz über den großen Teich schauen. Die USA haben nämlich ein ähnliches Experiment gestartet. Sie haben mit Quantitative Easing (QE) eine ganze Trilogie produziert.

Das falsche Wachstum

Die amerikanischen Wachstumszahlen steigen seit 2010 wieder. Alles prima! Oder doch nicht? Oder doch nicht! Das Wirtschaftswachstum wird mit dem BIP ermittelt. Dieses errechnet sich aus den privaten Konsumausgaben (C), den Staatsausgaben (G), den Bruttoinvestitionen (I), den Exporten (X) und Importen (M). C+G+I+X-M=BIP. Wenn die Zahl, die hinten herauskommt, dem Staat nicht passt, dann wird sie passend gemacht. Entweder die Staatsausgaben werden durch eine „Sozial“maßnahme in die Höhe getrieben oder aber die Berechnung wird manipuliert. So rechnen die Vereinigten Staaten zum Beispiel seit 2013 auch Hollywoodproduktionen zum BIP. Es geht allerdings noch kreativer. Seit 2010 zählt das Statistische Amt der Europäischen Union auch illegale Wirtschaftsaktivitäten zum Wachstum dazu. Sex, Drugs & Rock ’n‘ Roll Baby!

Die falschen Arbeitsplätze

Die Staatsausgaben und die Schulden schießen in Amerika in die Höhe, während die Jobangebote immer schlechter werden. Allein im Juni 2014 mussten 523.000 Vollzeitstellen den fast 800.000 Teilzeitstellen weichen. Das Bild zwischen Finanzkrise und 2014 sieht noch verstörender aus. Die Teilzeitstellen haben sich hier sogar zwischenzeitlich mehr als verdoppelt. Unternehmen haben stellenweise nur noch Geld für das Nötigste. Teilzeitstellen sind deshalb ein Indikator dafür, dass die Wirtschaft auf Sparflamme läuft.

Die falsche Lösung

Die Wirtschaft muss angekurbelt werden, dachte sich die amerikanische Zentralbank und startete 2009 mit QE1. Das hat jetzt nicht so richtig funktioniert, deshalb hat man mit QE2 nachgelegt, in der Hoffnung, alles wird besser. Weil das auch nicht geklappt hat, haben wir jetzt QE3. Die Trilogie ist beendet. Die amerikanische Zentralbank hat seit dem Programm mehr als 3,5 Billionen US-Dollar in den Markt gepumpt. Zum Vergleich: Deutschland hatte 2014 ein BIP von 2,9 Billionen Euro. Und weil das amerikanische Programm so erfolgreich gelaufen ist, dachten sich die europäischen Freunde von der EZB, das sie das noch viel besser können. Die EZB ist ja bekannt für ihre Fehlentscheidungen. Sie wetteifern nun seit Januar mit den Amerikanern um den größten Geldauswurf der Geschichte. In Europa können wir daher auf einen mehrteiligen Remake gespannt sein.


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