Die anstehende Neuordnung des Euro Zerfallserscheinungen einer Währungsunion

27. Januar 2015 // Zero



Vor etwa vier Jahren haben die Schweizer ihre Währung an den Euro gekoppelt. Diese Entscheidung führte damals schon zu starken Turbulenzen auf den Finanzmärkten. Jüngst gab es jetzt den Rückzieher. Die Schweiz hat damit ihren eigenen Fehler wieder korrigiert. Natürlich hat sie sich diesen Fehler nie zugestanden. Ganz im Gegenteil! Die Schweizer Nationalbank feierte die „temporäre Maßnahme“ sogar als wirtschaftlichen Erfolg. Dieser Erfolg kostete lediglich 60 Milliarden Franken. Das sind jetzt umgerechnet nur noch etwa 60 Milliarden Euro.

Die überwundene Krise, die nicht überwunden ist

Bei dem ganzen Tumult muss man sich die Frage stellen, was hier überhaupt das Problem ist. War die Finanzkrise nicht lange vorbei? „Der Euro hat sich als krisenfest bewährt“, hat Merkel gesagt. Sie hat davon gesprochen, dass wir aus der „Krise herausgekommen“ sind und uns europäische Länder deshalb „beneiden“ würden. Die Politik spricht immer davon, dass die Griechen, Portugiesen und die Spanier Schuld und nicht in der Lage seien, ihre Finanzen in den Griff zu bekommen. Es gäbe ein Schuldenproblem. Sehen Sie, genau damit habe ich ein Problem. Denn der Euro halte ja angeblich auch Europa zusammen. Wenn man jetzt die aus Griechenland kommenden Anfeindungen und Nazianspielungen Richtung Deutschland zur Kenntnis nimmt, sieht das Ganze irgendwie nicht nach Zusammenhalt aus. Nun muss man dabei jedoch bedenken, dass die Griechen seit der Finanzkrise mit einer hohen Arbeitslosenquote zu kämpfen haben. Die liegt seit 2012 konstant bei etwa 25%. Das vermiespetert selbst dem gelassensten Südländer den Spaß an Europa.

Mitterrand, Kohl und der Euro

Die Krise war nie vorbei. Sie ist auch nicht ohne weiteres zu beheben. Der Grund dafür ist der Euro selber. Er ist ein komplettes Fehlkonstrukt und wurde allein aus ideologischen Beweggründen ins Leben gerufen. Er war der Preis den Deutschland für die Wiedervereinigung zahlen musste. Mitterrand hat Kohl diesen faulen Deal gemacht. Wie ein Drogendealer hat Frankreich Deutschland die Substanz, die sich Euro nennt, zwangsweise injeziert. Nun macht die Droge allerdings nicht high und verschafft Deutschland trotzdem einen heftigen Kater.

Der Zerfall des Euros

Der Euro wird letztlich zerfallen. Zu unterschiedlich sind die gesellschaftlichen Realitäten innerhalb der Eurozone. Das politische Establishment wird diesen Fehler allerdings nicht eingestehen wollen. Wir werden daher erleben, dass einer Lüge eine noch viel gewaltigere Lüge folgen wird. Dieses Spielchen kann noch gut zehn bis zwanzig Jahre so weitergehen. Der Linksruck in Griechenland könnte allerdings wie ein Katalysator wirken und diesen Zerfallsprozess um einiges beschleunigen. Nicht zu vergessen ist die AfD, die, wenn man den Prognosen Glauben schenken darf, schon bald im Bundestag sitzen wird.


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