Die Inflationslüge EZB rechtfertigt schlechte Geldpolitik

2. März 2015 // Zero

Die große Angst vor der Deflation macht wieder die Runde. Die Europäische Zentralbank hat ihr deshalb den Kampf angesagt. Laut Zentralbank ist moderate Inflation die Erlösung. Wie „moderat“ zu der Geldschwemme von „1.140.000.000.000 Euro“ passt, bleibt mir ein Rätsel. Inflation entsteht, wenn die Geldmenge höher steigt, als die Wirtschaft. Der Effekt ist, dass die Verbraucherpreise steigen und die Bevölkerung somit weniger für dasselbe Geld bekommt. Das war mal die ursprüngliche Definition. Mittlerweile bezeichnen die Zentralbanken nur noch die steigenden Verbraucherpreise, also die Auswirkung von Inflation, als Inflation. Das Ergebnis? Schönmalerei bei den Statistiken.

Amtliche Inflationszahlen

Mit welchen Preisen genau die statistischen Ämter die Inflation berechnen, bleibt im Dunkeln. Das lässt ihnen Luft zum Atmen oder zur Manipulation. Die hohe Diskrepanz zwischen offiziellen und den in der Bevölkerung wahrgenommenen Werten der gestiegenen Verbraucherpreise stellte 2006 schon Prof. Brachinger in seiner wissenschaftlichen Publikation „Euro or “Teuro”?: The Euro-induced Perceived Inflation in Germany“ fest. Keineswegs unterstellt er den Ämtern fehlerhafte Berechnungen. Vielmehr zeigen seine Untersuchungen, dass die offiziellen Statistiken ganz andere Werte erfassen. Vornehmlich geht es ihm darum, Verbrauchsgüter, welche häufig gekauft werden, entsprechend hoch zu gewichten. Diese Berechnungsmethode nennt er Index der wahrgenommenen Inflation (IWI). Nach Brachinger kommt man hier sogar auf Spitzenwerte von bis zu 12%.



Auf ähnlich hohe Werte würden wir kommen, wenn wir Inflation mit der ursprünglichen Methode berechnen würden. Man nehme also das Geldmengenwachstum und subtrahiere davon das Wirtschaftswachstum. So kommen auch Dirk Müller und Max Otte auf ganz andere Werte. Fernab von den amtlichen Zahlen verweisen sie stellenweise sogar auf fast 9% Inflation. Wenn jetzt noch die geschönten Wachstumszahlen mitberücksichtigt werden, würden wir er es vermutlich mit zweistelligen Inflationszahlen zu tun haben.

Inflation hilft Schuldnern

Beim Berechnen der Inflationszahlen liegt das Interesse der Zentralbanken darin, ihre Geldpolitik zu erklären. Das heißt, wenn das politische Mantra gerade „Geld drucken“ lautet, müssen entsprechende Begründungen aus den Fingern gesogen werden. Resultat: Die Berechnungen der Inflation ist primär politisch motiviert. Dazu müssen die statistischen Ämter nicht unbedingt falsch rechnen. Es reicht schon, wenn sie einen Teil der Realität auslassen oder anders gewichten. Dabei wird auch gern mit der Angst der Deflation und der Weltwirtschaftskrise der 30er gespielt. Zur Aufklärung: Deflation ist schlecht für Schuldner. Noch schlechter ist Deflation allerdings für Dauerschuldner wie den Staat. Gut hingegen ist sie für die Sparer, also den ganzen Rest. Die Zentralbanken behaupten ja nur allzu gern das Gegenteil. Die Zentralbanken glauben aber wahrscheinlich auch daran, dass die Schweizer sich wahnsinnig über ihre zu starke Währung aufregen.


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