Frauenquote beschlossen Frauentag, Schwesig und der verquaste Feminismus

8. März 2015 // Zero


„Die Quote kommt!“ hieß es in einer Rede von Familienministerin Manuela Schwesig anlässlich des Internationalen Frauentags. Diese Rede soll nachfolgend genauer analysiert werden, um die falschen Annahmen des Feminismus offen zu legen.

„In den Führungsetagen der großen Unternehmen herrscht eine ausgeprägte Männlichkeitskultur. Wir haben das vor ein paar Jahren vom SINUS-Institut durch Interviews erforschen lassen. Zu dieser Kultur gehören anzügliche Bemerkungen und Witze, die man sich nicht traut, wenn Frauen dabei sind.“

Und Frauen machen keine anzüglichen Bemerkungen und Witze? Wenn ich einen Blick auf die Frauenmagazine werfe, dann gehen Frauen mit sich selbst doch sehr viel härter ins Gericht.

Das waren nur einige der öffentlich einsehbaren Kommentare. Hinter den Kulissen können Frauen auch ein paar Gänge mehr zulegen. Und ja, Männer auch. Diese menschlichen Verfehlungen aber allein den Männern anzulasten und als chauvinistisch auszulegen, ist nicht nur absurd, sondern sexistisch.

„Frauen traut man diese Härte durchaus zu. Aber das empfinden die Männer als unpassend: Es fallen Begriffe wie „spröde“, „verkniffen“, „Männerimitat“.“

Die Zitate hat Schwesig vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen. Es ging den Männern um Authentizität. Die betrifft beide Geschlechter. Frauen, die Männern nachahmen (darum ging es in der Aussage), wirken nicht authentisch. Diese Annahme über Authentizität gilt grundsätzlich bei jedem Menschen. Außerdem haben die Männer aus der Studie emotionale Überreaktionen der Frauen kritisiert. Natürlich gibt es nicht die Frauen oder die Männer. Vielmehr gibt es gewisse charakterliche Tendenzen, die bei den einen mehr bestätigt werden können als bei den anderen. Frauen sind nun mal (allgemein gesprochen) emotionale Wesen. Diese Tatsache wurde auch wissenschaftlich bestätigt. Familienministerin Schwesig stellt diese Erkenntnisse in Frage und behauptet, Frau und Mann seien gleich. Das sind sie nicht. Sie haben die gleichen Rechte, aber eben auch die gleichen Pflichten. Der Wirtschaft ist es herzlich egal, was da zwischen den Beinen herumbaumelt. Wichtig ist nur die geleistete Arbeit.

Schwesig bestätigt im Übrigen genau das, was die Männer in der Studie kritisiert haben. Schwesigs gesamtes Weltbild entspricht nämlich nicht den Tatsachen. Sie versucht Ungleichheiten einfach wegzudiskutieren. Das ist nicht authentisch.

„Sie kann auch deshalb nicht gewinnen, weil sie es mit Familie nur falsch machen kann. Hat sie keine Kinder, fehlt ihr in den Augen der Männer die richtige Weiblichkeit. Hat sie Kinder, trauen ihr die Männer nicht zu, mit voller Kraft für das Unternehmen da zu sein.“

Hier wird einfach nur totaler Blödsinn behauptet. Weiblichkeit lässt sich doch nicht an der Anzahl der Kinder messen. Ich kenne keinen Mann, der das je gemacht hat. Oder können Sie sich vorstellen, dass ein Mann sagt: „Boah is die weiblich, die hat so viele Kinder!“ Und warum sollen Unternehmer Angst haben, dass Frauen wegen der Kinder nicht mit voller Kraft da sein können? Unternehmer haben viel mehr Angst davor, dass sie auf den (Folge-)Kosten einer Schwangerschaft sitzen bleiben. Es sind daher wohl eher gesetzliche Regelungen, die die Aufstiegschancen von Frauen erschweren und sie im Zweifel sogar vollständig zerstören.

„Die erste Frau, die in ein solches Gremium kommt, bleibt Außenseiterin. Egal, wie gut sie ist.“

Das ist überhaupt nicht egal. Nicht das Geschlecht sondern Können und Charakter sind die Hauptkriterien für eine erfolgreiche Karriere.

„Aber 30 Prozent sind etwas anderes. 30 Prozent verändern zwangsläufig die Art, wie man miteinander umgeht. Die Frauenquote ändert Strukturen und Zahlenverhältnisse und stößt dadurch einen Kulturwandel an.“

Das stimmt auch nicht. Ich habe in einem vorigen Beitrag bereits darauf hingewiesen, dass die Frauenquote in Norwegen keinerlei Veränderungen hervorgerufen hat.

„Es war immer so, dass Frauen sich Gleichberechtigung hart erkämpfen mussten. Es ist ein Kampf um Macht, Geld und Einfluss. Die Quote heißt: Mehr Macht für die Frauen. Einfluss verschiebt sich.“

Ist Frau Schwesig eigentlich bewusst, dass dieses Land von einer Kanzlerin, also einer Frau, geführt wird? Die Quote bedeutet heutzutage nicht mehr Macht, sondern ökonomische Dummheit. Ohne es zu wissen diskriminiert sie mit der Frauenquote auch noch andere Bevölkerungsgruppen. Sie fordert nämlich keine Quote für Behinderte, Migranten, Einäugige, Schwarze, Asiaten, Juden, Muslime,…

„Die Voraussetzungen für diesen Kulturwandel sind schon da. Ein Befragter aus der SINUS-Studie hat es so formuliert: „Frauen im Management würden den deutschen Unternehmen gut tun. Weil Vielfältigkeit stärkt. Also braucht man auch Leute, die Vielfältigkeit zulassen.“ Zitatende.“

Abgesehen davon, dass das nicht stimmt (siehe oben); wo ist die Begründung? Ein beliebiges Zitat aus einem Interview kann doch nicht als Grundlage für die eigene politische Ausrichtung herhalten. Wir haben es hier mit einer These zu tun, die nie verifiziert wurde.

„Frauen in Führungspositionen sind gut für die Wirtschaft. Aber manchmal geht es nicht ohne Gesetze.

Eine Frau hat mir auf Facebook folgendes gepostet: „Der Denkfehler der Quoten-Gegner besteht darin, dass sie annehmen, ohne Regelung würden sich die Qualifiziertesten durchsetzen. Egal ob Mann oder Frau.“ Sie schreibt weiter: „In der idealen Welt wäre das auch so. Aber nachgewiesenermaßen ist das nicht der Fall. Solange die Welt nicht ideal ist, hilft die Quote.“

Solange Gleichberechtigung nicht verwirklicht ist, brauchen wir Gesetze, die sie voranbringen.“

Hier haben wir es wieder. Irgendjemand hat auf Facebook behauptet, dass es so ist und jetzt ist es so?

„Norwegen hat 2006 gezeigt, wie es geht: mit einer festen Quote für Verwaltungsräte und harten Sanktionen bei Nichteinhaltung. Die Vorbehalte in der Wirtschaft waren zunächst groß, aber die Umsetzung war erfolgreich. Mittlerweile ist in Norwegen auch in den anderen Führungsebenen ein Kulturwandel spürbar. Norwegen ist der Beweis: Die Quote funktioniert.“

OMG. Das stimmt nicht. Norwegen ist das beste Beispiel dafür, dass Quotenregelungen nichts bringen. Wer das nicht glaubt, sollte sich diese Dokumentation vom norwegischen Comedian Harald Eia zu Gemüte führen. Darin kommt sogar Sacha Baron Cohens Cousin zu Wort. Sehr unterhaltsam!



„In Artikel 3 Grundgesetz heißt es: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Dieser Satz ist ein Teil der Wiedervereinigung Deutschlands vor 25 Jahren.“

Es geht dem Grundgesetz doch nicht darum, die Vertragsfreiheit der Unternehmer zu beschränken. Dem Grundgesetz geht es vor allem um die Beseitigung staatlicher Ungerechtigkeiten. Frauen konnten beispielsweise nach einer Hochzeit den eigenen Namen nicht behalten. Das war einmal. Derartige Ungerechtigkeiten gibt es nicht mehr.

„Sehr geehrte Damen und Herren, ich weiß, dass viele mehr wollten.“

Nein, ganz bestimmt nicht.

„Wenn wir einen Kulturwandel für die Frauen wollen, müssen wir für diese Sandwich-Generation Zeit schaffen. Ich habe deshalb vor einem Jahr eine Familienarbeitszeit vorgeschlagen.“

Das Wort Kulturwandel verwendete Schwesig ganze 18 mal während Ihrer Rede. Wiederholung macht ihre Theorie aber nicht richtiger. Außerdem spricht es überhaupt nicht für Bürgernähe und Vertrauen, wenn sie soziologische Fremdbegriffe einstreut, um ihre falsche Theorie wissenschaftlich anzustreichen.

„Und viele junge Männer wollen gleichberechtigt für ihre Kinder da sein. Aber nur 14 Prozent leben aktuell dieses Modell.“

Wenn nur 14 Prozent dieses Modell leben, wollen auch nur 14 Prozent dieses Modell haben. Schwesig deutet sämtliche Fakten auf Biegen und Brechen anders um. Beweise gibt es wieder nicht.

„Kein Land hat vollständige Gleichberechtigung für Frauen und Mädchen erreicht. Das räumt die Deklaration, die wir in New York verabschieden, offen ein. Aber das ist noch milde ausgedrückt.“

Was? Wovon spricht sie? Es gibt Länder, die vollständige Gleichberechtigung für Frauen und Mädchen erreicht haben. Eines dieser Länder nennt sich Deutschland. Frauen dürfen zur Schule gehen, studieren, arbeiten und sie dürfen sogar ihre Vergewaltiger anzeigen. Frauen haben sogar in einigen Belangen mehr Rechte als Männer. Ihnen wird zum Beispiel häufiger das Sorgerecht zugesprochen. Ganze Ministerien und Frauenbeauftragte in öffentlichen Einrichtungen kümmern sich ausschließlich um die Belange von Frauen.

„Ein drittes Beispiel: Eine indische Frauenrechtlerin, Urvashi Butalia, bezeichnet die Frauenquote in der Lokalpolitik ihres Landes als wichtige Entwicklung für die Frauenrechte in Indien. Weil Frauen dadurch vor Ort mitbestimmen können. Und dort, wo Frauen mitbestimmen können, besteht eine größere Chance auf kulturellen Wandel.“

Wer erzählt dieser Frau jetzt, dass wir nicht in Indien leben, sondern in Deutschland? Jetzt muss auch schon Indien als Beispiel für gute Lokalpolitik herhalten. Schwesig klammert sich aber auch wirklich an jeden Strohhalm. Das ist schon ein starkes Stück, dass sie gerade dieses Land zum Vorbild erklärt. Hat Schwesig schon mal von den Mädchenmorden in Indien gehört?

Bei solch einem politischen Sachverstand muss sich die SPD nicht wundern, wenn die Wähler sie nicht mehr wählen. Sie muss sich viel eher die Frage stellen, warum sie überhaupt noch zweistellige Wahlergebnisse erreicht.


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