Google-Kritiker James Damore gefeuert James Damore kritisiert Googles politische Befangenheit

20. August 2017 // Zero

Don’t be evil“ war für lange Zeit das Motto des Suchmaschinen-Giganten Google gewesen. Zwischen Programmierung und Kaffeepause muss dann aber jemandem im Hauptquartier von Google aufgefallen sein, dass eine Verneinung vom Gehirn nicht einwandfrei verarbeitet werden kann. Wenn ich also sage „Denken Sie bitte nicht an einen rosafarbenen Elefanten!“, an welchen rosafarbenen Elefanten denken Sie in dem Moment bitte nicht?
Seit der Firmenumstrukturierung und der Schaffung des Konzerns Alphabet Inc., zu dem jetzt Google gehört, wurde das Motto in „Do the right thing“ geändert, in den Google-Köpfen ist der Spruch „Be Evil“ aber hängen geblieben. Dem Konzern wird vorgeworfen Suchmaschinen-Vorschläge zu Gunsten linker Ideen zu manipulieren, politisch unliebsame Youtube-Kanäle zu demonetarisieren oder im schlimmsten Fall diese ganz zu schließen. Diese Vorwürfe sind längst keine aus der Luft gegriffenen Spekulationen mehr. Als der ehemalige Google-Mitarbeiter James Damore sich in einem an die Öffentlichkeit geleakten internen Memo an den Konzern richtet, um die Zustände der politischen Befangenheit des Konzerns anzuprangern, kündigt ihm Google den Vertrag fristlos.

Google manipuliert Suchmaschine

James Damore erinnert mich an Richard Hendricks aus der Fernsehserie Silicon Valley. Eiserner Blick, roboterhafte Gestik und eine nichtssagende Mimik. So stelle ich mir jedenfalls einen Programmierer vor, der mit ein paar Zeilen Code Raketen zum Mond schießen kann. Richard aus der Fernsehserie arbeitet anfangs für einer der größten Software-Unternehmen namens Hooli. Der Gründer von Hooli, Gavin Belson, sieht in seinem Unternehmen mehr als nur eine Softwarefirma. Er möchte die Welt verändern, in dem er Gutes tut. Als er jedoch bemerkt, dass seine Suchmaschine negative Ergebnisse ausspuckt, sobald er seinen eigenen Namen in die Suche eingibt, beauftragt er seine Programmierer den Suchmaschinen-Algorithmus zu ändern. Die Parallelen zur Realität und zu Google sind unverkennbar.

Im vergangenen Jahr hat SourceFed herausgefunden, dass Google Suchmaschinen-Ergebnisse im US-Präsidentschaftswahlkampf zu Gunsten von Hillary Clinton manipulierte.

Negative Suchvorschläge zu ihrer Person wurden in der Auto-Vervollständigung gänzlich weggelassen, während die Konkurrenten Bing und Yahoo diese angezeigt haben. Nach einigen Testversuchen scheint es so, als wäre die Manipulation noch immer existent.

Google & Politik

Google ist ein Unternehmen und darf den Suchalgorithmus so verändern, wie ihn das Unternehmen für richtig hält. Allerdings ist es mehr als verwunderlich, dass der Konzern mit dieser politischen Haltung nicht offen umgeht. Google könnte nämlich genau so sagen: „Leute, wir fühlen uns der linken Ideologie zugehörig und bevorzugen Sozialismus / Kommunismus als politisches Modell, weil es die richtige und wahre Politik ist. Wir werden daher alle Seiten und Videos, die Sozialismus und Kommunismus auch dufte finden, voll unterstützen.“ Das wäre zumindest ein ehrlicher Umgang mit den Nutzern. Es wäre nicht nur ehrlich, es würde auch zeigen, dass Google zu seiner eigenen Identität steht und tatsächlich daran glaubt, dass linke Ideen etwas Gutes sind. Aber Google glaubt selbst nicht daran, dass linke Ideen etwas Gutes sind. Das Unternehmen versteckt seine wahren Intentionen deshalb und versucht seine Ideologie auf eine schmierige Art und Weise unter die Leute zu bringen, in dem man beim Umgang mit der politischen Konkurrenz einen anderen Maßstab wählt, mit dem man diese zu unterdrücken versucht.

Könnte das der Grund sein, warum der YouTube-Kanal „Talks at Google“ bei politischen Unterhaltungen scheinbar nur Menschen einlädt, die sich dem linken Spektrum zugehörig fühlen? Könnte das der Grund sein, warum sich der CEO von YouTube fast ausschließlich nur mit linken Journalisten unterhält?




Könnte das der Grund sein, warum Google beim Werbeboykott von Unternehmen, die Hillary Clinton- und die EU unterstützen, nachgegeben hat, obwohl der Konzern als Quasimonopol am längeren Hebel sitzt? Könnte. Bis zu diesem Zeitpunkt war all das nur eine Vermutung und es gab nie wirklich eindeutige Beweise dafür, dass Google einer politischen Ideologie folgt und seine Ziele mit dieser Ideologie abstimmt. Die YouTube-Zensur von Kanälen könnte also einfach nur ein ehrlicher Versuch von Google sein, Extremisten von der Plattform zu verbannen. Genau dieser Ansicht widerspricht der von Google fristlos entlassene James Damore. Er bestätigt in seinem Memo genau das, was man durch die zahlreichen und gut dokumentierten Vorfälle aus der Vergangenheit ableiten kann, nämlich das Google sich auch intern der linken Ideologie verschrieben fühlt. Das Memo verschafft einen transparenten Einblick in das Unternehmen, wie er sonst nicht möglich wäre. Damore wirft seinem ehemaligen Arbeitgeber vor, dass dessen linke Ideologie eine politisch korrekte Monokultur geschaffen habe, die Andersdenkende zum Stillschweigen zwingt.

Das Memo

Damore erklärt in seinem Memo, warum die meisten Frauen Führungspositionen und Jobs in der Technikbranche nicht anstreben. Es habe wenig damit zu tun, wie man mehrheitlich bei Google glaube, dass Frauen von der Gesellschaft zurückgehalten werden. Damore sagt, dass es biologische Differenzen zwischen Mann und Frau gebe und diese dafür sorgen, dass die beiden Geschlechter andere Interessen entwickeln. Er verweist auf einen wissenschaftlichen Bericht, der Belegen soll, dass Frauen sich für Menschen und nicht für Sachen interessieren. Er erklärt auch, dass Männer mit ihrer Berufswahl einen Status anpeilen. Die Gesellschaft bewerte diese Wahl und würdige Männer, die einen gefährlicheren und stressvolleren Job haben. Diese Männer halten dann zwar auch die höherbezahlten Jobs inne, müssen dann aber auch eine 93 prozentige Quote hinnehmen, wenn es um die Rate der tödlichen Arbeitsunfälle gehe.

Google scheint die biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau nicht wirklich wahrhaben zu wollen und implementiere Mechanismen, die die Unterschiede zwischen den Geschlechtern durch soziale Manipulation anzugleichen versuche. Diese Manipulation beeinflusse auch die Einstellungspolitik von Google und schädige das Unternehmen langfristig und irreparabel, da man nun versuche Bewerber nach Diversität einzustellen. Dabei nehme das Unternehmen in Kauf den schlechter qualifizierten Bewerber einzustellen. Damore sieht den Ursprung dieser politischen Ausrichtung im Kampf von Kommunisten, die den Klassenkampf aufgegeben haben und nun auf unternehmerischer Ebene durch Gender- und Rassenpolitik ihre Ideologie durchzusetzen versuchen.

Meinungsfreiheit als Kündigungsgrund?

Damore hört sich in seinen Absichten ehrlich an und begründet seine Ansichten sehr rational, wenngleich einige Passagen kritikwürdig sind. Wir sollten hier aber nicht vergessen, dass es sich um ein internes Memo handelt, nicht um eine Presseerklärung. Er fordert Google auf, seine politische Ausrichtung zu überdenken und Menschen als Individuen und nicht als Teil einer Stammesgruppe wahrzunehmen. Damore bringt eine Reihe von Vorschlägen ein, wie man die Missstände beheben kann. Nachdem das interne Memo aber auch der Öffentlichkeit bekannt wurde, hat Google kurzerhand beschlossen Damore zu feuern. Kündigungsgrund: Aufrechterhaltung von Geschlechterstereotypen.

Das Ziel von Google ist es, die Informationen der Welt zu organisieren und für alle zu jeder Zeit zugänglich und nutzbar zu machen.“ In dieser offiziell von Google vertretenen Aussage steht nicht, dass die Information der Welt nur dann organisiert und für jedermann zugänglich ist, wenn die Information links ist. Da steht einfach nur Information, unabhängig davon ob man sie mag oder nicht mag. Google ist ein Unternehmen, das eine Menge Geld mit Informationen verdient. 90 Milliarden US-Dollar war der Umsatz allein im letzten Jahr. Mit dem vielen Geld kommt der Gottkomplex und mit ihm die apokalyptischen und selbstzerstörerischen Elemente. Es sollte also egal sein, wenn Google beschließt Informationen nur dann weiterzugeben, wenn diese auch in das politische Profil des Unternehmens passt. Ein anderer Unternehmer wird die Geschäftslücke schließen und der Kunde wird langfristig immer die Suchmaschine wählen, die die besten Ergebnisse liefert. An diesen Umständen kann auch Google nichts ändern. Was nicht egal ist, sind Berichte wie die von n-tv, in denen man Damore in ein rechtsextremistisches Lager einzuordnen versucht. Die n-tv-Journalistin hat sich offensichtlich nicht mit seinen Thesen oder der grundlegenden Kritik beschäftigt. Hier wurde ein Mensch wegen einer anderen nicht extremistischen politischen Meinung gekündigt. Jeder Versuch diese Kündigung zu rechtfertigen, ist der Versuch Tyrannei zu legitimieren.


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