Griechenland emanzipiert Der Schuldenschnitt rückt näher

31. Januar 2015 // Zero

Es hat gerumst. Griechenland will nicht mehr sparen. Seit den Wahlen ist das Land im sozialistischen Stimmungsfieber. Der Eurozone und Troika hat man eine Abfuhr verpasst. Die wiederrum sind erstaunt und schockiert über diesen harschen Umgang. An solch einen war man nicht gewöhnt gewesen. Normalerweise werden nämlich die Griechen herumkommandiert. Der Rollentausch überrascht viele Menschen. Niemand hat angenommen, dass Griechenland überhaupt eine Meinung zur Eurokrise vertreten darf. Niemand hat geahnt, dass Griechenland einfach nein zum Sparpaket sagen kann. Niemand. Wirklich Niemand? Komisch, denn so eine ähnliche Haltung gab es 2012 schon mal. Damals konnte Griechenland auch einen Schuldenschnitt beschließen.

Auf der Pressekonferenz mit dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis und Jeroen Dijsselbloem ist die Bombe geplatzt. Der griechische Finanziminister hat die Zusammenarbeit mit der Troika, also der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfond für beendet erklärt. Einfach so. Aber sehen Sie selbst:



Im englischsprachigen Raum werden Handlungen wie diese mit dem Spruch „Like a Boss“ tituliert. Das einzige was Varoufakis und Dijsselbloem an dem Tag verband, war ihr langer und komplizierter Nachname. Dijsselbloem muss sich jedenfalls gekränkt gefühlt haben und stand daraufhin einfach auf und trat den Rückzug an. Was blieb ihm auch anderes übrig?

In Deutschland wird derweil Unnachgiebigkeit demonstriert. Griechenland müsse seine Schulden zurückzahlen. Schnell hat sich auch der ehemalige Bundestagsabgeordnete Otto Fricke zu Wort gemeldet:



Ich fasse seine Aussage kurz zusammen: Griechenland darf seine Verpflichtungen nicht einfach auflösen. Das Land habe sich mit dem Kredit schließlich zum Zurückzahlen verpflichet. Moment mal. Wurde Herr Fricke zuvor nicht bereits hinlänglich vor genau diesem Szenario gewarnt?



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