Griechenlands Schuldenschnitt Eurozone bereit für Grexit?

16. Juni 2015 // Zero

Bereits Anfang des Jahres hat dig.ga auf den anstehenden Schuldenschnitt Griechenlands sowie die Neuordnung des Euros aufmerksam gemacht. Der Schuldenschnitt und der Grexit werden kommen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Es ist also keine Frage des Obs, sondern nur eine des Wanns. So wie es aussieht, kommt das Wann allerdings schneller als befürchtet.

Euro-Ideologie

Es ist erstaunlich, wie sehr die Politik einer Währung, einer Sache, anhängen kann. Noch dazu einer, die den europäischen Zusammenhalt nicht fördert. Es ist vor allem die deutsche Politik, die alles tut, um die Fehlkonstruktion, die sich gemeinsame Währungsunion nennt, wegzudiskutieren. Absurd, angesichts der Tatsache, dass Deutschland in die Währungsunion gezwungen wurde. Es ist eben nicht nur eine Währung, sondern eine politische Ideologie. Die Regierenden schwören sich immer wieder ein und geben zu verstehen, dass die Währungsunion kein Fehler sei. Alles laufe gut. Seit Krisenbeginn im Jahr 2008 nehmen jedoch alle außer der Herrschaftsklasse das genaue Gegenteil zur Kenntnis. Volkes Bedenken entgegnen die Eurofanatiker mit einem „Wird schon!“. Das passt zum Mantra des Wegdiskutierens. Diesem „Wird schon!“ sind die allermeisten allerdings überdrüssig. Selbst der größte Währungslaie versteht, dass es so nicht mehr weitergehen kann und wird.

Paneuropäischer Nationalismus

Der Euro ist ein fundamentaler Bestandteil der deutschen Politik geworden. Deshalb wird sein Zusammenbruch ein gewaltiges Glaubwürdigkeitsproblem zur Folge haben. Standen doch oftmals die Rechtsradikalen als einzige politische Kraft in diesem Lande dieser europäischen Idee entgegen. Aus Sicht der Eurofanatiker würde der Zusammenbruch daher genau diesen Extremisten in die Hände spielen. Dabei hat das Verlangen nach einer eigenen Währung überhaupt gar nichts mit Rechtsradikalismus zu tun. Schlechter als eine freie Währung ist eine nationale Währung. Noch schlimmer als eine Nationalwährung allerdings ist eine supranationale Währung. Aber vom Vorwurf des Nationalismus ist selbst eine gemeinsame Währungsunion nicht gefeit. Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn gerade die angeblichen Antifaschisten auf gleiche Art und Weise einen paneuropäischen Nationalismus propagieren. Sie verlangen nämlich die Aufhebung der nationalen Souveränität und setzen sich für einen noch stärkeren supranationalen europäischen Staat ein. Was unterscheidet diese Art des Nationalismus denn vom einzelstaatlichen Nationalismus? Es ist das gleiche nur in blau. Ganz vorne dabei ist Ulrike Guérot. In der Maybrit Illner Sendung vom 04. Juni 2015 hat sie den Zuschauern ganz unverblümt mitgeteilt, dass es in ihren Augen gar kein Deutschland mehr gäbe. Die Nationalstaaten stören wohl einfach nur.



Guérot möchte nur ein „Euroland“ ohne Nationen haben. Sie versucht sich die nationalen Identitäten wegzudiskutieren. Damit passt sie perfekt in das oben beschriebene politische Bild. Interessanterweise hat sie auch noch den Untergang der Sowjetunion mit der Eurokrise verglichen. Ihr „Rastafari“-Geschwätz, welches bei mir heftige Kopfschmerzen verursachte, wurde nur noch durch Martin Schulz (SPD) überschattet. Dieser hat zugegeben, dass die EU eine Diktatur ist. Wenigstens ist er ehrlich.

Griechenlands Schuldenschnitt

Aus griechischer Sicht hat die Regierung um Tsipras alles richtig gemacht. Seit Antritt hat diese nämlich der Institution keinerlei Zugeständnisse gemacht. Alles andere wäre mit einem Gesichtsverlust bei den griechischen Wählern einhergegangen und deshalb auch nicht denkbar gewesen. Die ergebnislosen Treffen haben Griechenland geholfen. Sie haben dem Land mehr Zeit verschafft. Schon 2012 berichtete ZEIT ONLINE, dass die Griechen täglich bis zu 500 Millionen Euro von ihren Bankkonten abziehen. Der Abzug der Gelder hat derweil nicht aufgehört. Allein zwischen Dezember 2014 und März 2015 „schrumpften die Einlagen aller griechischen Geldhäuser um 25 Milliarden Euro“. Es ist die Angst der Griechen vor einer Enteignung. Unbegründet ist diese nicht. Schon 2013 mussten sich Sparer in Zypern von 60% ihres Vermögens trennen. Es ist wohl so wie es Varoufakis kürzlich verlautbaren ließ: „Das Geld der Deutschen ist verloren“. Griechenland möchte den Schuldenschnitt. Vielleicht bekommt er ihn zum Krisengipfel am kommenden Wochenende. Griechenland scheint sich aber nicht nur auf einen Schuldenschnitt vorbereitet zu haben. Die Goldreserven des Landes sind in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Der Drachme steht also nichts mehr im Weg.


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