Manspreading Feministisches Breitbein-Verbot

12. Juni 2015 // Zero


„Pay no attention to the lady who gave a seat to her bag and then blocked it with her child’s stroller.“ (@chobats)

Manchmal ist die Welt zu absurd um unwahr zu sein. Manspreading gehört zur neuesten Absurdität. Ein Wort, das ich mir in meinen kreativsten Momenten nicht hätte ausdenken können. Das Wort steht für das breitbeinige Sitzverhalten eines Mannes in den öffentlichen Verkehrsmitteln. In New York ist Manspreading verboten worden. Die ersten Männer wurden deshalb schon festgenommen.

Gegen das Gesetz

Allgemeingültige Gesetze müssen immer klar formuliert sein. Nur so können Menschen ihr Verhalten korrekt darauf abstimmen. Allgemeingültige Gesetze sollten aber auch grundsätzlich nicht ganze Bevölkerungsteile wegen genetischer Andersartigkeit diskriminieren. So bin ich mir sicher, dass die Ariergesetze der Nationalsozialisten sehr klar formuliert waren. Ich bezweifle jetzt aber einfach mal, dass die Ariergesetze tolerant waren. Ein Gesetz, das Manspreading verbietet, ist diskriminierend, sexistisch und ungenau. Damit bündelt es sämtliche Eigenschaften, die in einem allgemeingültigen Gesetz nichts zu suchen haben. Feministen als Nazis oder Feminazis zu bezeichnen macht genau deshalb keinen Sinn. Nazis waren bei der Gesetzesauslegung nämlich wenigstens noch genau gewesen.


Diskriminierend, sexistisch und ungenau

Ein Manspreading-Verbot ist diskriminierend, sexistisch und auch noch ungenau. Diskriminierend deswegen, weil nur Männer ihres Geschlechts wegen diskriminiert werden. Frau versucht das aus dem Geschlecht resultierende Sitzverhalten der Männer zu sanktionieren. Damit ist das Gesetz sexistisch. Darüber hinaus ist ein Manspreading-Verbot auch noch ungenau, weil niemand wirklich sagen kann, wann der Tatbestand des Manspreadings nach objektiven Maßstäben erfüllt ist. Vielleicht bei zwei Penislängen? Was ist eine Penislänge? Genau!


Verhaftung wegen Manspreading

Es kam bereits zu ersten Verhaftungen. Den zwei verhafteten Männern wurde breitbeiniges Sitzen vorgeworfen. Die richtige Kriminalität zu bekämpfen ist schwer. Staatlicherseits wurde deswegen ein sozial streitbares Verhalten kurzerhand kriminalisiert. Der New Yorker Polizei, die vermutlich bestimmte Kriminalitätsbekämpfungsquoten erzielen muss, spielt dieses Gesetz in die Hände. Sie kann nämlich beim Bahnfahren auch gleich Kriminelle einfangen. Das ist zwar gut für die Quote, schlecht für die Schwachen, die sowieso schon durch die US-amerikanische Justiz benachteiligt werden.


Feministische Heuchelei

Man stelle sich doch mal vor, man verbiete Frauen mit zu großer Oberweite das Stehen in der Bahn, weil sie durch ihre Präsenz den Stehplatz eines anderen Gastes streitig machen. Ich will nicht wissen, was dann hier los wäre. Wir hätten mit solch einer Debatte vermutlich den Dritten Weltkrieg ausgelöst. Dem Feminismus aber Heuchelei vorzuwerfen ist wie dem Wasser Feuchtigkeit anzulasten.


Ach, bevor ich es vergesse: Natürlich gibt es diese Menschen, die in der Bahn unverhältnismäßig viel Platz für einen Menschen einnehmen und dabei auch noch andere Fahrgäste belästigen. Erst letztens hat mir nämlich ein Fahrgast ihre Chanel-Tasche beim Hinsetzen in den Bauch gerammt. Ihre Einkaufstaschen hat sie quasi im gesamten Abteil verstreut. Dieses geschlechtsneutrale Alltagsarschloch muss Mann und Frau einfach aushalten können.


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