mind. 100 Millionen Euro für Milchkonzerne Staatlicher Subventionswahn

31. Mai 2016 // Zero



In keinem anderen Industriezweig wird so viel subventioniert wie in der Agrarindustrie. Etwa 60 Milliarden Euro an Subventionen erhält diese von der Europäischen Union. Nun dachte sich die Bundesregierung vermutlich, dass das noch lange nicht ausreiche. Man wolle die armen Milchkonzerne daher noch mit zusätzlichen Subventionen beglücken. Es geht um mindestens 100 Millionen Euro, welche direkt an die Molkereien fließen werden.

Milchkrise?

Es wird ja oftmals das Bild eines armen Bauern vermittelt, der kaum noch über die Runden kommt und kurz davor steht Haus und Hof zu verkaufen. Vielleicht kann man mit folgenden Zahlen ein bisschen Perspektive in die ganze Sache bringen:

Top 10 Molkereien in Deutschland 2015

DMK Deutsches Milchkontor 3,18 Mrd. Euro
Theo Müller 1,6 Mrd. Euro
Arla Foods 1,55 Mrd. Euro
FrieslandCampina 1,37 Mrd. Euro
Hochwald Foods 668 Mio. Euro
Bayernland Gruppe 630 Mio. Euro
Hochland 580 Mio. Euro
Savencia 500 Mio. Euro
Meggle 434 Mio. Euro
Zott 425 Mio. Euro

Ich weiß ja nicht wie Sie das finden, für mich deuten die Umsatzzahlen jedenfalls darauf hin, dass die Existenz der Milchbauern durch fehlende Subventionen nicht unbedingt gefährdet wäre. Das Bild des kleinen Bauers, der an der Armutsgrenze knabbert, kann so natürlich vollständig verworfen werden. Vermutlich haben Molkereiverbände dem Politiker ins Ohr geflüstert: „Du, wir brauchen Geld. Kannste da nicht irgendwat machen?“ Das Politgesindel reagiert bei solchen Anfragen natürlich mit einem für diese Klasse ungewöhnlichen Eiltempo und denkt sich dabei Begriffe wie „Milchkrise“ aus. Krise ist immer gut und Milch braucht irgendwie ja auch jeder. So kann man sich den Rückhalt in der Bevölkerung zusichern. Aber Bürger ist ja nicht dumm und wundert sich schon über diese seltsamen sozialistischen Marktgesetze. Er muss sich ja schließlich auch dem Markt aussetzen, also warum nicht auch die Großkonzerne? Bundesregierung antwortet:

„Betriebe, die bereits vor dem Auslaufen der Milchquote im März 2015 über Kredite stark in ihre Betriebe investiert haben, um sich für die Zeit danach zu wappnen, sind in besonderen Schwierigkeiten, die sie nicht zu vertreten haben: Sie müssen Kredite abbezahlen, während ihre Einnahmen dramatisch sinken. Insofern geht es in gewisser Weise auch um eine Art Vertrauensschutz. […] Bei der vorübergehenden Subventionierung geht es jetzt aber nicht nur darum, die wirtschaftlichen Strukturen zu unterstützen. Minister Schmidt hatte schon vor dem Milchgipfel betont, er kämpfe „um den Erhalt unserer bäuerlichen Landwirtschaft“. Warum? Weil die Landwirtschaft kein Wirtschaftszweig wie jeder andere ist. […]“

Kredite abezahlen? Vielleicht mal so ein grundsätzlicher Vorschlag: Wer seine Kredite nicht begleichen kann, sollte eventuell keine aufnehmen. Kein Wirtschaftszweig wie jeder andere? Hat das nicht auch Stalin gesagt? Starben dabei nicht ein paar Millionen Menschen? Und was bedeutet überhaupt vorübergehend? Werden Bauern nicht schon vorübergehend seit mehreren Jahrzehnten subventioniert?


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