Schottlands Unabhängigkeit Schottische Sezession

18. September 2014 // Zero



Dort liegt er, auf einem hölzernen Kreuz. Es sind seine letzten Worte, die ihm noch gewährt werden. Mit melancholischer Musik untermalt schreit er dem Tod schließlich mit Leib und Seele entgegen: Freiheit. Oder: FREEEEEEEEEEEIHEEEEEEEEIT! William Walaces letztes Wort, bis sich sein Körper mit Hilfe Henkers Axt in Ruhe setzen konnte. Auch wenn diese Szene nur aus einem Film stammt, spiegelt sie doch sehr gut die momentane Gemütslage der Schotten wider. Der Ruf nach Freiheit schwebt in der Luft. Spätestens hier schreckt selbst der müdeste Politiker Europas aber auf. Das Unwesen der Unabhängigkeit umtreibt die Lande. Die politische Klasse versteht überhaupt nicht, wie es soweit kommen konnte.

Dabei ist es eine einfache Rechnung: „Es ist ein Grundgesetz des Universums, dass jede Handlung eine gleichwertige entgegengesetzte Reaktion auslöst.“ Das Zitat stammt übrigens aus dem Film V for Vendetta. Oder war das Newton? Egal. Die Bevormundung des Vereinigten Königreichs ist den Kilt-Trägern wohl zu viel geworden. Sie sind an ihrer Unabhängigkeit interessiert. Und dieses Mal handelt es sich nicht um ein filmisches Drama mit blutigem Ausgang. Über die neue schottische Realität wird friedlich abgestimmt. Ihre Chancen auf mehr Mitbestimmung sehen viele Schotten nur durch einen solch radikalen Neuordnungsprozess verwirklicht. Das gefällt dem Königreich überhaupt nicht. Sie würden einen Teil Ihrer Steuerzahler verlieren. Und Land. Und Öl?

Unabhängigkeit scheint dieser Tage schwer im Trend zu liegen. Erst die Krim und jetzt Schottland. Die Schweiz scheint das große Vorbild zu sein. Diese Gallisches-Dorf-Mentalität breitet sich so rasant aus, dass einige hierzulande bereits Angst haben, Bayern könnte sich abspalten. In Anbetracht der Tatsache, dass auch Bayern einen außergewöhnlichen und teilweise unverständlichen Dialekt spricht, könnte sich dieses Szenario sogar bewahrheiten.


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