Das Hetzgericht der Moderne

Das Hetzgericht der Moderne

via Wikimedia Commons/Hans135797531 (CC BY-SA 4.0)
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Dass der tragische Flugzeugabsturz des Germanwing-Airbus 4U9525 von den Medien derart ausgeschlachtet wird, sollte im vorhinein eigentlich jedem klar gewesen sein. Dass Presseorgane dabei aber auf so perfide Art und Weise moralische Werte komplett über Board werfen, sollte jedoch selbst eingefleischte Journalisten erschrecken. Kaum hat der französische Staatsanwalt Brice Robin den Verdacht geäußert, der Kopilot sei für das Unglück verantwortlich, haben schon die ersten Medien diesen Verdacht als Tatsache hingenommen. Der Kopilot wurde vorverurteilt. Vom Pressegericht. Er ist jetzt nicht mehr Tatverdächtiger, sondern Schuldiger. Vorname, Nachname, Wohnort, Bilder und weitere persönliche Informationen werden in der Medienlandschaft frei veröffentlicht. Das Presseurteil wurde schließlich gesprochen. Beweise? Muss es nicht geben. Die Presse hält sich doch nicht an unnötigen Details auf. Dafür ist keine Zeit.

Feindbild Russland

Feindbild Russland

Da hat der öffentliche Rundfunk doch tatsächlich beschlossen, die Höhle des Löwen in Wladiwostok (zu deutsch „Herrscher des Ostens“) zu betreten und Putin zu interviewen. Nach einer so aufwendigen medialen Hetzkampagne gegen Russland kommt den deutschen Medien ein bisschen Abwechslung gerade Recht. Es wurde einfach schon eintönig langweilig. Das Interview war die Konsequenz einer zu groß gewordenen Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung. Es war auch nicht zuletzt die Auswirkung von kriegstreiberischen Handlungen (in Form von Wirtschaftssanktionen), die die wirtschaftliche Belastbarkeit der vor allem europäischen Nationen auf eine harte Probe stellt.