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Game Over…

…und trotzdem gewinnen
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Die Zeiten, in denen wir leben, sind historisch. Das kann man vielleicht über jeden Zeitabschnitt irgendwie behaupten. So eine Weltordnung wie heute gab es mit Sicherheit aber noch nie. Noch nie gab es so einen hohen Grad an Technologie. Noch nie waren so viele Informationen so leicht zugänglich. Noch nie waren Menschen so gut vernetzt. Alle Errungenschaften bringen allerdings nichts, wenn das User-Hirn mehr oder weniger dieselbe Lernresistenz vorweist, wie im Mittelalter.

Eine witzige dazu passende Anekdote: Vor kurzem hinterließ mein Nachbar an meiner Haustür eine Notiz. Er echauffierte sich darüber, dass ich die etwa 50 Zentimeter hohe Holzgartentür zum Parkplatz offen lies, als ich mit meinem Auto wegfuhr. Jeder normal denkende Mensch sieht, dass die Tür keinen nennenswerten Diebstahlschutz leisten kann. Mein lieber Nachbar hinterließ seinen Namen nicht auf dem Notizzettel. Natürlich wusste ich trotzdem, wer es war. Ich sehe die Notiz und statte ihm also kurzerhand einen Besuch ab und konfrontiere ihn damit. Er regte sich darüber auf, dass bei offener Gartentür „Fremde“ und „Hunde“ den Parkplatz betreten könnten.
Die vier Minuten, die er mit dem Beobachten des Parkplatzes, dem Schreiben der Notiz, dem Gang zu meiner Haustür, dem Aufkleben der Notiz an meiner Haustür und dem Gang wieder zurück in seine Wohnung und der anschließenden Konfrontation mit mir verbrachte, diese vier Minuten wären anderweitig mit Sicherheit besser angelegt.
Das konnte ich ihm allerdings nicht mehr sagen. Inmitten unseres kurzen Gesprächs zog er sein rot angelaufenes Gesicht in seinen dunklen Flur zurück und knallte seine Tür zu. Er ahnte wohl nicht, dass ich binnen zehn Minuten wieder zurück war. Vielleicht ist seine schnelle Überreaktion selbst ihm zu blöd gewesen und er wusste sich nicht mehr weiterzuhelfen.

Es war vielleicht keine göttliche Erleuchtung gewesen, dennoch ist mir in dem Moment eine Sache sehr klar geworden: Dieser Nachbar existiert überall in Deutschland und es ist sinnlos, diese Menschen von irgendetwas zu überzeugen.

Deswegen kann ich mit den Wünschen nach Umsturz oder anderen Regierungsformen oder dem kompletten Abschaffen eines Staats nichts anfangen. Was bringen die besten Systeme, wenn solche Nachbarn ihre eigenen Ausscheidungen essen? Da helfen die besten Argumente nicht.

Das Bürgerliche Gesetzbuch gilt seit 1900. Es hat mit der Kaiserzeit, der Weimarer Republik, dem Dritten Reich und der Bundesrepublik Deutschland vier verschiedene Regierungsformen durchlebt. Jedes System hat es an seine ganz eigenen politischen Bedürfnisse angepasst. Die Anpassungen sind aber im Schnitt immer an Bürgerwünsche angelehnt oder widersprechen diesen zumindest nicht fundamental.

Wenn wir uns angucken, was in den letzten Monaten seit 2020 alles geschehen ist, so ist das Resultat aus freiheitlicher Sicht eindeutig: Game Over. Egal wie sehr man auf Wissenschaft verweist, es ist nie wissenschaftlich genug. Egal wie rational die Argumentation ist, es ist nie rational genug. Egal wie sachlich die Auseinandersetzung mit der Gegenseite ist, es ist nie sachlich genug. Im Gegenzug beobachten wir eine neue Form des Faschismus, der seinen Gründungsmythos zwar im Dritten Reich sieht, allerdings mit seinen indirekten Zwangsmaßnahmen den Nürnberger Kodex Platt walzt. Und wenn man mal darauf hinweist, strömt einem Hass entgegen. Es gibt zahlreiche Menschen, die einfach komplett auf sozialen Medien gesperrt wurden. Selbst Banken und Kreditkartenanbieter können auf Grund der politischen Gesinnung ihre Dienstleistungen verwehren. Der 0815-Verweis auf ein Die-Können-Machen-Was-Sie-Wollen-Privatunternehmen ist hier eher suboptimal. Was soll denn der Zensierte jetzt machen, seine eigene Bank gründen?

Wir stellen auch immer mehr fest, dass wichtige historische Ereignisse nie in ihrer Vollkommenheit, sondern in ihrer Angepasstheit an den politischen Status quo betrachtet und bewertet werden. Das passiert seit Jahrzehnten. Schauen wir uns einfach mal nur einige wichtige Geschehnisse der jüngeren Vergangenheit an. Die TIME – mehr Mainstream geht wirklich nicht mehr – berichtet über massive US-Wahlmanipulation und es passiert nichts. Eine Kanzlerkandidatin fälscht ihren Lebenslauf, bezeichnet ihren Mitbewerber abwertend als Bauern und das Resultat? Zweistellige Umfrageergebnisse. Nach der Flutkatastrophe lachen hochrangige Politiker gut sichtbar im Hintergrund eines Interviews. Das Ergebnis? Mediale Aufregung.

Das ist der deutsche Nachbar. Er ist zahnlos. Regt sich über jeden Scheiß auf und tut nichts. Wenn man nichts tut, dann ist es so, als wüsste man von all dem nichts. Der Effekt ist derselbe. Der deutsche Nachbar ist überall, selbst in der sogenannten alternativen Medienszene. Er regt sich über alles und jeden auf und sobald es um eine konkrete Lösung geht, verschwindet er im Dunkeln. Vorher natürlich schön auf der Empörungswelle reiten und diese monetarisieren.

Wenn mich die Medien aufregen, mache ich mein eigenes Medium. Wenn ich mich über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufrege, leiste ich GEZ-Widerstand. Alles andere ist einfach nur schwach. Kritik ohne zielgerichteten Aktionismus verändert nichts und verschwindet in der Bedeutungslosigkeit.

Manchmal frage ich mich: Was genau will man hier noch hören, bevor wirklich ein unnachgiebiger Drang zur Veränderung aus einem Menschen ausbricht?
Wir rennen mit großen Schritten Richtung soziales Kreditsystem zu. Journalisten und Autoren werden von Plattformen gelöscht. Ein Amtsrichter wird wegen eines angeblichen Falschurteils einer Hausdurchsuchung unterzogen. Ein Mann stirbt nach einer polizeilichen Maßnahme auf einer sogenannten „verbotenen“ Demonstration. Selbst ein Nils Melzer, UN-Sonderberichterstatter für Folter, kritisiert diese Polizeigewalt.
Erst jetzt leuchtet wirklich ein, dass kein Beweis genug Beweis sein kann. Man muss sich hier wirklich vor Augen führen, dass Menschen, die sich vor nicht allzu langer Zeit für gesunde Ernährung und Bio und Nachhaltigkeit und Einklang mit der Natur ausgesprochen haben, jetzt für Plastik vor dem Gesicht und für Pharmakonzerne werben.

… und trotzdem gewinnen

Nach dieser doch etwas pessimistischen Tatsachenbeschreibung gilt jetzt erstmal folgendes: Kühlen Kopf bewahren. Es gibt Mittel und Wege dieses Spiel trotzdem zu gewinnen.

Egal wie angepasst dieser Deutsche Nachbar auch sein mag, er hat eine noch große Schwäche, die ihm irgendwann das Genick brechen wird. Er kann oder will dem Aggressor keine Grenze aufzeigen. Was meine ich damit? Wenn jemand ankommt und irgendetwas von mir will, dann weiß ich, was ich zu geben gewillt bin und was nicht. Die meisten können oder wollen diese Grenze nicht aufzeigen. Sie regen sich über alles auf und wenn es hart auf hart kommt, ziehen sie den Schwanz ein. Es bringt absolut nichts so einen Menschen von irgendetwas zu überzeugen. Das ist im Übrigen keine Frage der Intelligenz oder des Geldbeutels oder des wirtschaftlichen Erfolgs. Einige Menschen wollen nicht aufrecht gehen, sondern kniend überleben. Sie wollen die Zeit bis zum Grab heil überstehen. Das sind zwei Welten, die nicht miteinander vereinbar sind. Jeder Mensch muss sich irgendwann bewusst für eine dieser Welten entscheiden.

Aufklärungsarbeit ist und bleibt allein wegen der Dokumentation für etwaige Gerichtsverhandlungen äußerst wichtig. Sie ist jedoch nur Nebenschauplatz. Der Fokus sollte grundsätzlich praxis- und lösungsorientiert sein. Ich kann hier nur wärmstens das Buch „Power: Die 48 Gesetze der Macht“ empfehlen. Das Buch beschreibt sehr detailliert wie diese Machtspiele aussehen und welche universell gültigen ungeschriebenen Gesetze daran geknüpft sind.

Power: Die 48 Gesetze der Macht
Buch | Hörbuch | E-Book

Besonders das 13. Gesetz ist in diesem Zusammenhang nennenswert:

„Brauchst Du Hilfe, appelliere an den Eigennutz.“

Die 48 Gesetze der Macht

So nobel und wahrhaftig eine politische Forderung sein mag, sie bleibt ein Hilfeschrei. Dieser wird im besten Fall ignoriert, im schlimmsten Fall niedergeknüppelt.

Die einzige Möglichkeit dieses Spiel zu gewinnen, ist innerhalb dieses Spiels seine eigenen Spielregeln aufzustellen. Sie werden derjenige werden, zu dem Menschen aufschauen. Sie schaffen Ihre eigenen Dienstleistungen und Produkte und Netzwerke. Notfalls entziehen Sie sich diesem Unrechtssystem und suchen sich ein für Sie fruchtbareres System aus. Das wird ein langer Prozess werden, keine Frage. Sie werden allerdings gestärkt aus der Sache hervorgehen, während alle anderen vor den Trümmern ihrer Existenz stehen werden. Sein Sie unnachgiebig, ziehen Sie Ihre ganz persönliche Agenda knallhart durch. Wenn Sie es nicht tun, wird es niemand für Sie tun. Der Witz ist nämlich, dass Sie jetzt erst wirklich merken, was für ein Potenzial in Ihnen steckt. Sie sind der Schachspieler. Sie bewegen Ihre Figuren so, wie Sie es für richtig halten. Irgendwann, in vielleicht zehn Jahren, werden die Verhältnisse wieder normaler. Dann wird man sich Ihnen zuwenden. Jetzt dürfen Sie die Hilfeschreie ignorieren.