Eurokrise: Griechenland-Déjà-vu Geschichte wiederholt sich

23. Juni 2015 // Zero

Wir schreiben das Jahr 1865, dem Gründungsjahr der Lateinischen Münzunion. Sie war so etwas wie der Vorreiter des Euros. Schon damals sollte Griechenland eigentlich nicht dazugehören.

Griechenland und die Europäische Währungsunion

„Es ist ein Rätsel warum der Beitritt Griechenlands in die Lateinische Münzunion erlaubt oder angestrebt werden sollte. Griechenland war keineswegs ein wünschenswerter Partner der Liga. Wirtschaftlich unsolide, gelähmt wegen politischen Auseinandersetzungen und finanziell am Ende, ein bejammernswerter Zustand. […] Das Land brachte der Lateinischen Münzunion keine territorialen Mehrwert und war nur von geringer wirtschaftlicher und finanzieller Bedeutung. Trotzdem wurde der griechische Beitritt zugesichert, vermutlich verschulden wir diese Tatsache nur den obskuren politischen Einflüssen […]“

Das waren die Worte von Henry Parker Willis, der in seinem im Jahr 1901 erschienen Werk „A History Of The Latin Monetery Union“ unter anderem den griechischen Beitritt in die Lateinische Münzunion analysierte. Es sind seitdem viele Jahrzehnte vergangen, an der griechischen und europäischen Situation hat sich seither jedoch nicht viel geändert. Die erschreckende Parallele: Der Euro-Beitritt Griechenlands fand ebenfalls unter sehr obskuren Umständen statt. Griechenland erfüllte die Beitrittsbedingungen für den Euro nicht.



Dem BBC-Bericht zufolge hat natürlich keine geringere Investmentbank als Goldman Sachs der griechischen Regierung geholfen, die Bilanzen zu frisieren. Wobei frisieren so harmlos klingt. Gemeinhin spricht man auch von fälschen.

SPD half Griechenland

Es steckte natürlich mehr dahinter. Sicherlich wusste auch die damalige rot-grüne Regierung um den wirtschaftlichen Zustand des Landes. In der „Geheimakte Griechenland“ schrieb die BILD über die engen Beziehungen zwischen der griechischen und der deutschen rot-grünen Regierung. So war Spiros Simitis, der Bruder des damaligen griechischen Premierministers, zwischen 1975 und 1991 Datenschutzbeauftragter in Hessen. Der hessische Ministerpräsident hieß Hans Eichel (SPD). Günter Verheugen (SPD) sagte der Bild:

„Die Papiere zum Euro-Beitritt Griechenlands waren vor allem eine Sache von Beamten für Beamte.“

Da ist er wieder, dieser obskure politische Einfluss. Ohne ökonomischen Sachverstand trafen Bürokraten eine folgenschwere Entscheidung. Vielleicht aber sollten wir froh über diese Inkompetenz sein. Sie hat nämlich dazu geführt, dass die Unmöglichkeit einer gemeinsamen europäischen Währung schneller aufgezeigt wurde.

Übrigens: Die lateinische Münzunion „vegetierte etwa sechzig Jahre vor sich hin“. Wir können nur hoffen, dass die Politik dieses Mal schneller begreift.


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